Gemeinsam Wohlfühlorte schaffen

Im Urlaub habe ich in Aarhus das “Dokk1” besucht. Das Gebäude wurde 2015 fertiggestellt und hat 280 Millionen Euro gekostet. Es ist die größte öffentliche Bibliothek Skandinaviens.

Obwohl eigentlich “nur” eine Bücherei, so ist es doch viel mehr als das. Veranstaltungsort, Bürger*innenzentrum, Bürokomplex, Familienzentrum, Spielplatz – ein Wohlfühlort als Treffpunkt für alle Bürger*innen der Stadt.

Hier wurde deutlich: Kultur ist nicht bloß eine Dienstleistung, sondern ein wesentlicher Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Ort für alle.

Denn das Besondere an dieser Bücherei war vor allem, wie viel Platz für gemeinsamen Austausch, Erholung und Spiel geboten wurde. Neben den Tischen für Einzel- oder Gruppenarbeiten, Sofas zum Ausruhen und Lesen, Kunstprojekten und Spielflächen für Kindern geriet das klassische Lesen manchmal fast in den Hintergrund. Dafür wurde sich ausgetauscht über eigene Gedanken, Leerstellen in Texten oder Kinder zeigten sich gegenseitig fantasievolle Einbände von Büchern.

Auch in Schleswig-Holstein müssen wir mehr Geld für Kultur und öffentliche Dienstleistungen in die Hand nehmen. Kultur macht Städte attraktiver und bietet deshalb auch wirtschaftliche Anreize. Außerdem sind diese Orte zentral für eine gemeinwohlorientierte Gesellschaftspolitik.

Der Besuch in Aarhus hat mich nachhaltig beeindruckt. Zu erleben, wie ein Ort Menschen wirklich verbinden kann, verstärkt meine Motivation, für genau so eine Politik zu kämpfen: Eine Politik, die auf das Gemeinsame setzt und den Zusammenhalt beim Schaffen neuer öffentlicher Gebäude in den Vordergrund setzt.

Nichts verscheucht böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.

Cornelia Funke

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